In anderen Foren wurde Thomas Fichtls Bausatz der Zugmaschine MAZ-535 ziemlich verrissen. Ein wenig verunsichert ließ ich den Kit erst mal liegen, und nahm ihn mir jetzt auf den Basteltisch. Also Tratsch und Knatsch der Bärchen beiseite gelassen, und Tjagasch gebaut

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Als die Sowjetarmee in den 50igern immer schwerere Panzer und Raketen hatte, stellte sie fest, dass die Technik fehlte, um selbige durch die Botanik zu ziehen. Also wurde diese entwickelt, und 1958-1964 in Minsk hergestellt. Erstes Ergebnis dieser neuen Baureihe einer schweren Zugmaschine war der MAZ-535. Noch nicht sehr kräftig motorisiert (375 PS), aber geländegängig und modern. Die Pritschenversion MAZ-535A zog üblicherweise Atomraketen. Eine Sattelzugmaschine MAZ-535V diente demselben Zweck, wurde auch als Panzertransporter und, in einer speziellen Variante, als Startrampe der Aufklärungsdrohne Tu-123 "Jastreb" genutzt. Aber so richtig Bewegung in die Sache kam ab 1960 mit dem Nachfolger, dem MAZ-537. Das alles kann man genauer nachlesen im Tankograd-Band zu den sowjetischen Panzertransportern. Sehr empfehlenswertes Heft.
Nun zum Modell. Das Fahrwerk ist... eine kleine Wucht! Die Detaillierung ist durch die Verwendung mehrerer Teile für die Radaufhängung gut gelungen. Nur die Resinstiftchen zum Verbinden zu nehmen... Wer dies wirklich SO gebaut haben sollte, den würde ich gern mal zusammen mit seinem Therapeuten kennenlernen. Mein Weg hieß weglassen, verkleben. Geht genauso, sieht gut aus, passt hervorragend. Auch hier gilt aber wieder: 'ne Bauanleitung wäre nicht wirklich schlecht. Ich versuch's mal mit einem Bild Thomas kann ja schreiben, ob es so gemeint war.
Irgendwann sieht das Fahrwerk mal so aus, und alles ist wieder gut.
Um auf die Radgröße und die Kabinenform kurz einzugehen: Stimmt, die Räder hätten ruhig einen Milimeter geringer im Durchmesser ausfallen können und wirken ziemlich wuchtig - aber Behauptungen, sie würde aneinander schleifen o.ä. sind grober Unfung.
Die Vorderkante des Kabinendaches kann man mit zweimaligem Drüberziehen von Schleifpapier abrunden. Schließlich bauen wir Modelle und setzen kein Puzzle zusammen.
Der Auspuff sollte nach Vorbildfotos geändert werden. Alles andere baut sich problemfrei. Einige Kleinteile wie z.B. Scheibenwischer und Feuerlöscher kommen aus der Bastelkiste, das war's auch schon. Ich habe dem Fahrzeug nur Nummernschilder verpasst. Ob es einen MAZ-535 auch mit der GSSD in die DDR verschlagen hat, weiß ich nicht.
Thomas Fichtl kündigte mit dem MAZ-535 den Beginn einer ganzen Reihe dieser Zugmaschinen an - hoffentlich wird das was. MAZ-537 mit dem Panzertransporter TschMZAP-5247G oder mit dem Mast 40B6M aus dem Komplex S-300 oder auch KET-T wären lohnende Vorbilder.
Thomas, aufpassen: Das 537 hat 4 mm mehr Radstand, aber im Modell
Mit freundlichen Grüßen
Thomas aus Cottbus, der die nächsten paar Tage nicht online sein wird.