Panzertechnik und alles andere, was auf Ketten fährt, unterliegt ziemlichem Verschleiß. Um insbesondere die kompletten Gefechtsfahrzeuge zu schonen gab es auch in der NVA Fahrzeuge, die nur der Fahrausbildung dienten. Bekanntes Beispiel ist der Fahrausbildungspanzer FAP-500, despektierlich "Filzlatsch" genannt. Dies war ein Fahrgestell der ausgesonderten ZU-57 und diente der Fahrausbildung der T-55-Fahrer. Da auf der ArsenAlm schon ein gutes Fahrgestell herumsteht, ergäben sich da ... neudeutsch: Synergieeffekte.
Dies ist der Fahrausbildungspanzer FAP-575U und der könnte "Shilkas Filzlatsch" geheißen haben. Besonders bei den mit wertvoller Funkmess- und Feuerleittechnik voll gestopften Fla-SFL ZSU-23/4 "Shilka" machte es Sinn, diese Millionen nicht dem Grundwehrdienst leistenden Fahrschüler anzuvertrauen. Deshalb wurde vom Fahrgestell der Turm inkl. der weiteren Technik und Teile der Stromversorgung ausgebaut, dem Fahrlehrer ein Stahlkasten spendiert und ab ging es zum Fahrtraining. Für andere Systeme gab es ähnliche Fahrzeuge.
Mein Modell entstand aus dem Bausatz von Thomas Fichtl. Ganz einfach und schnell war das Chassis zusammengesetzt, gut zu bauen. Und das Knifflige an der Shilka wäre der Turm gewesen

- den brauch ich ja nicht. Deshalb zittert vor Angst die Fahrzeugwanne ein wenig, als der Drehmel zum Planschleifen ansetzt. Der Rest des Umbaus ist ein Kasten aus Plastikmaterial und Grabbelkiste.
Thomas Fichtls Shilka ist übrigens die ZSU-23/4M, zu erkennen an den kleinen Ergänzungen am Turm oben rechts. Der Vorgänger ohne "M" ließe sich mit wenig Aufwand auch daraus bauen. Trotzdem, falls jemand einen Shilka-Turm braucht, habe einen abzugeben
mfg Thomas